Die Hofmark Reicheneibach

Reicheneibach war eine sogenannte geschlossene Hofmark, in der alle Insassen der Hofmark angehörten.

Hofmarks-Besitzer:

1304 taucht das Geschlecht der Ekker von Eibach in einer Urkunde der Deutschordenskommende Gangkofen auf. Über 200 Jahre waren sie im Besitz dieser Hofmark. Verschiedene hatten ihre Grablege im Kloster Seemannshausen, zum Teil auch im Kloster Baumburg an der Alz. Aus dieser Familie stammt auch der Freisinger Bischof Ecker von Kapfing, der ein großer Adelsforscher war.

1510 wird als Besitzer die Georg Preuers Erben genannt.

1549-1580 besitzt Veith Zachreis zu Markelkofen und Reicheneibach die Hofmark.

Nach dessen Tod wird die Hofmark unter seinen Töchtern geteilt. So entsteht die Erbengemeinschaft Puchberg-Starzhausen-Tattenbach.

Im Jahre 1631 kommt die ganze Hofmark Reicheneibach in die Hand von Hans Jakob von Starzhausen zu Ottmaring und Markelkofen.

Aus dieser Zeit hat sich auch an der Kirche von Altenkirchen bei Frontenhausen eine Grabplatte des Hofmarksrichters Hans Leidl erhalten.

Die Hofmark Reicheneibach erbt der Sohn Jakob von Starzhausen zu Ottmaring auf Marklkofen und Reicheneibach, er war kurfürstl. baierischer Kammerer, Hof- und Kriegsrat, Oberküchenmeister und Hofmeister zu München, Pfleger und Hauptmann zu Teisbach und starb 1640.

Bis 1686 sind die Starzhauser in den Landtafeln eingetragen.

1703 wird Ferdinand Josef Frhr. v. Kleis durch die Heirat mit Maria Josefa Corona von Starzhausen Besitzer. Er setzt die Hofmark Reicheneibach als Sicherheit für die Hypothek von 500 Gulden ein. Über dessen Zurückzahlung entstehen Streitsachen.

1725 Besitzer: Dr. Ferdinand Franz Reichsfreiherr von Stromer auf Jetzendorf, Hofdorf, Ober- und Niederpanzing, Reicheneibach und Leoprechting, Kanzler zu Landshut, dann Hofratskanzler und oberster Lehenspropst zu München, gestorben 25.9.1727.

1775 ist Freiherr Michael v. Schreckleben eingetragen.

Am 4.7.1776 Übergang durch Kauf an Johann Baptist Nikola Reichsfreiherr von Pienzenau zu Wildenholzen, Härtmannschlag und Niederpöring kurfürstl. baierischer Kammerer und Oberstleutnant usw.

1795 Übergang der Hofmark Reicheneibach durch Heirat der von Pienzenau mit Emmerich Josef Reichsgrafen von Böthi an diesen.

1804 kam durch einen Erbvergleich Reicheneibach an Karl August Reichsgrafen von Yrsch auf Niederpöring usw.

Am 10.2.1821 wird das Patrimonialgericht 2. Klasse für Reicheneibach genehmigt. Es hatte 45 Gerichtsholde ohne die 4 Familien im Landgericht Landau und die 4 Familien im Landgericht Vilsbiburg.

Die Hofmark Reicheneibach endet mit der Übergabe von dem kgl. Kämmerer und Rittmeister Sigmund Graf von Yrsch in München an den bayerischen Staat.

Im Jahre 1752 gehörten zur Hofmark folgende Güter:

Das Dorf Reicheneibach, Eglsöd (Gde. Sallach), Hangersöd (Gde. Sallach), Schönhub (Gde. Reicheneibach), Rimbach (der größte Teil), Holzleiten (Gde. Unterdietfurt), Sprinzenberg (Gde. Unterdietfurt), Hochholding (teilweise), Oberauersberg (Gde. Obertrennbach), Hackenberg (Gde. Kollbach), Eppen (Gde. Obertrennbach), Hopfloh (Gde. Obertrennbach), Heck (Gde. Obertrennbach), Aich (Gde. Obertrennbach), Edenthal (Gde. Griesbach), Günzkofen (Gde. Griesbach), Klosbach (Gde. Poxau), Gschaid (Gde. Frauenbiburg).

Die Einwohnerzahlen der Gemeinde Reicheneibach betrugen:

1840 499 / 1880 592 / 1900 605 / 1939 632 / 1946 879 / 1972 755 Personen.

Nach dem amtlichen Ortsverzeichnis hatte die Gemeinde Reicheneibach 123 Wohngebäude und eine Grundfläche von 1.517 ha mit 25 Orten.

Von den Ortschaften der ehem. Gemeinde Reicheneibach sind im Jahre 1752 folgende unter den einzelnen Herrschaften gestanden:

Brandstetten: Hofmark Sallach

Brandstetten bei St. Nikola: Deutscher Orden Gangkofen

Butzenbach: Hofmark Sallach

Eslberg: Hofmark Seemannshausen

Fatzöd: Hofmark St. Veit

Grub: Kirche St. Nikola / Deutscher Orden Gangkofen und Eigen

Hermannsöd: Kirche Massing

Hochwimm: Deutscher Orden Gangkofen

Hofwimm: Deutscher Orden Gangkofen

Kobl: Hofmark Sallach

Linn: Hofmark Egglkofen

Oberndorf: Kasten Eggenfelden / Kirche Reicheneibach / Deutscher Orden Gangkofen / Hofmark Geiersberg

Oberwiedersbach: Kloster Seemannshausen

Riebersberg: Hofmark Hauzenbergersöll

Rauschöd: Hofmark Seemannshausen

St. Nikola: Deutscher Orden Klorberg: Hofmark St. Veit

Schmidsöd: Deutscher Orden Gangkofen

Schönhub: Hofmark Reicheneibach

Schrettenbrunn: Kloster Aldersbach

Sesselberg: Deutscher Orden Gangkofen

Spitzgrub: Kloster Aldersbach

Steinberg: Deutscher Orden Gangkofen

Unterholzen: Kloster Baumburg