BGR Salzer

Bischöflich-Geistlicher Rat Rudolf Salzer ist 70 Jahre Priester

Er ist ein treuer Diener seines Herrn. 70 Jahre lang hat Rudolf Salzer das Evangelium verkündet, und ans Aufhören denkt er trotz seiner 93 Jahre noch nicht. 43 Jahre war er Pfarrer in Reicheneibach und dort über die Jahre hin zu einer Institution geworden.

Wer aber angesichts des hohen Alters einen Greis erwarten würde, der wird gleich eines Besseren belehrt. Rudolf Salzer nimmt noch genau zur Kenntnis, was sich in der Welt tut. Sein Gedächtnis ist hervorragend, ebenso seine körperliche Verfassung. Als er bei einem Autounfall vor wenigen Jahren Oberschenkelbruch erlitt, war er bereits an Fronleichnam wieder so fit, dass er die Prozession mitgehen konnte.

Die körperliche Zähigkeit rührt sicher auch davon her, dass Salzer in jungen Jahren seine Beine nicht geschont hat. Salzer war gerade vier Jahre alt, als der Vater im Ersten Weltkrieg starb. Die Mutter versuchte, den Metzgereibetrieb weiter zu betreiben, um ihre vier Kinder zu ernähren. Sie ließ sich von einem anderen Betrieb beliefern, das Fleisch musste Rudolf Salzer zu Fuß über mehrere Kilometer anschleppen. Und später als Kooperator im böhmischen St. Joachimsthal ging er tagtäglich viele Kilometer in seiner weit verstreuten Gemeinde. Im Winter brauchte er dazu Skier oder Schlitten, verunglückte dabei einmal und brach sich eine Rippe. 1939 brach er sich dann sogar ein Bein. Heute sieht er darin eine gute Fügung Gottes. Denn der Knochenbruch bewahrte ihn davor, in die Wehrmacht eingezogen zu werden und vielleicht zu sterben wie sein jüngerer Bruder.

Am 16. Juni 1935 wurde Rudolf Salzer in Prag zum Priester geweiht. Seine Mutter hätte das Studium nicht bezahlen können. Doch er wurde in das Knabenseminar aufgenommen, die Kirche förderte seine Ausbildung. Warum ist Salzer Priester geworden? „Wir hatten ein gutes religiöses Leben in der Familie in meiner Heimatgemeinde Weipert/Neugeschrei. Ein Vorbild für mich war Dr. Theodor Innitzer, der damals Theologieprofessor und später Kardinal von Wien war. Er stammte aus Neugeschrei und war in den Ferien bei uns.“ Neugeschrei liegt im Erzgebirge, Salzers Elternhaus war nur zwei Kilometer von der sächsischen Grenze weg. Auch heute pflegt Salzer Kontakt zu seiner Heimatgemeinde. „Ich war schon viele Male dort“, gibt er zu verstehen.

Salzer musste zwar nicht als Soldat einrücken, doch der Krieg beutelte auch ihn wie so viele andere, die ihre Heimat verlassen mussten. Als Religionslehrer wurde er im September 1938 noch auf die tschechische Verfassung vereidigt. Einen Monat später marschierte die Wehrmacht ein. Salzer war im Innern gespalten. Als Deutscher fühlte er deutsch, doch die Nazis mochte er nicht. Ein Priester lebte unter ihrer Herrschaft gefährlich. Salzer erinnert sich an zwei junge Priester, die im KZ umkamen und viele weitere, die dort eingesperrt waren. Einige haben auch unter dem Druck der Gestapo ihren Beruf aufgegeben. „Im Unterricht erläuterte ich einmal, dass in England der Sonntag geheiligt sei. Ein Mädchen erwiderte mir darauf: Aber die Engländer sind doch unsere Feinde. – Man musste höllisch aufpassen, was man sagte.“

Und dann die Rache der Tschechen 1945: „Die Leute damals hatten es sehr schwer. Sie wurden schikaniert. Die Tschechen rissen bewusst Verwandte und Befreundete auseinander, schoben die einen in die Ostzone, die anderen in den Westen ab.“ Lehrer und Geistliche sollten innerhalb 24 Stunden das Land verlassen. Ein Lehrer erschoss seine Frau und dann sich selbst. Die Geistlichen durften dann doch länger bleiben. Salzer wurde erst mit dem letzten Transport im September 1946 ausgewiesen. „Wir versuchten, den Menschen zu helfen, wo es nur ging“, erinnert er sich. Die Schicksalsgemeinschaft schweißte sie zusammen. Salzer kam mit seinem Aussiedlungstransport nach Parsberg in der Oberpfalz. Er meldete sich in der Diözese Regensburg und wurde als Kooperator in Wallersdorf bei Landau eingesetzt. „Mein Haushalt bestand aus lauter geliehenen Sachen. Einmal habe ich bei einem Bauern ein Butterbrot bekommen, das war damals geradezu ein Erlebnis.“ Als die Zeiten wieder besser waren, kam Salzer 1952 nach Oberwinkling im Kreis Bogen und 1958 als Pfarrer nach Reicheneibach. In Reicheneibach blieb er bis zum Jahr 2001. Danach ging er in den Ruhestand und zog nach Wallersdorf. „Ich fühle mich gesund, aber die Verantwortung wird mir langsam zu viel“, begründete der Seelsorger damals seine Entscheidung zum Umzug. Dennoch feiert er regelmäßig in Wallersdorf die Heilige Messe. Zu größeren Festlichkeiten kommt er jedoch gerne in seine Kirchengemeinde Reicheneibach zurück.

Rudolf Salzer ist ein liebenswürdiger alter Herr, der nicht nur in seiner Gemeinde hoch geschätzt wird. Salzer ist trotz seines Alters Neuem gegenüber aufgeschlossen. Den nachlassenden Kirchenbesuch führt er auf die Medien zurück, etwa das Fernsehen. „Die Jugendlichen haben heute ganz andere Interessen, die Menschen sind mobiler und ein Priester hat nicht mehr so viel Einfluss auf seine Gemeinde. Gerade deshalb muss die katholische Kirche stärker berücksichtigen, dass sich die Zeiten geändert haben“, findet er. Dies gelte nach seiner Auffassung auch für das Zölibat. Nur eines ist ihm neben der Kirche heilig: sein tägliches Mittagsschläfchen.

Zur Feier seines 70-jährigen Priesterjubiläums kam er nun zurück in „seine Pfarrei“ Reicheneibach. Mit einem Festgottesdienst, den er gemeinsam mit Pfarrer Thomas Kratzer, Pfarrer Karl Zirngibl, Monsignore Josef Eberth, den Diakonen Alois Gallersdörfer und Hermann Klement und Pfarrseelsorgepraktikant Michael Alkofer zelebrierte, begann der festliche Abend. Der Gottesdienst wurde gemeinsam vom Kirchenchor und dem Jugendchor Reicheneibach musikalisch gestaltet. In seiner Predigt ging der Bischöflich-Geistliche Rat auf die Bedeutung der Priester in den Pfarreien ein. Pfarrer Thomas Kratzer bedankte sich für seine jahrzehntelangen Dienste in Reicheneibach und überreichte ihm als Erinnerung ein von Diakon Alois Gallersdörfer gefertigtes Kreuz. Zur anschließenden Feierstunde im Gasthaus Gruber durfte der Jubilar durch ein Rosenspalier der Katholischen Landjugend schreiten. Nach der Begrüßung und dem offiziellen Dank durch Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Alois Bartlreier sangen die Ministranten für ihren ehemaligen Pfarrer. Weitere Geschenke überreichten die Katholische Landjugend und aus der Pfarrgemeinde Obertrennbach Pfarrgemeinderatsvorsitzender Franz Greisberger und Kirchenpfleger Martin Vilsmaier. Mit einem gemeinsamen Abschiedsgesang wünschten alle Besucher der Feierstunde dem Jubilar alles Gute und dass er noch oft nach Reicheneibach kommen kann.

 

Pfarrer geht in Ruhestand – mit 89 Jahren

– Bericht vom 1. August 2001 (Rottaler Anzeiger) –

Geistlicher Rat Rudolf Salzer zieht nach Mallersdorf – Gläubige spenden scheidendem Geistlichen Applaus

Bei einem Gottesdienst hat sich Geistlicher Rat Rudolf Salzer von der Pfarrei verabschiedet. Der 89-Jährige geht in Ruhestand und zieht nach Mallersdorf.

Für den festlichen Rahmen sorgte der Kirchenchor. Pfarrer Salzer brachte seinen Dank an die treuen Kirchenbesucher zum Ausdruck und versicherte, dass er den Reicheneibachern auch weiter verbunden bleiben werde.

Geboren wurde der Geistliche in einem Dorf im böhmischen Erzgebirge. In Prag studierte er Theologie und wurde dort 1935 zum Priester geweiht. „Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug es mich nach Niederbayern“, erinnert er sich. Anfangs sei es für ihn nicht einfach gewesen, da es in der Diözese Regensburg genug Priester gegeben habe.

Aus diesem Grund hat Salzer zunächst als Administrator im Bistum gearbeitet und danach zwölf Jahre als Kaplan in mehreren niederbayerischen Pfarrgemeinden. Im Jahre 1958 kam er schließlich nach Reicheneibach.

Nunmehr seit 66 Jahren ist Geistlicher Rat Rudolf Salzer ein treuer Diener Gottes. „Priester zu sein, ist meine Lebensaufgabe“, erzählt der 89-Jährige. Für seine außergewöhnlich lange Amtszeit wurde Salzer vom Bischof Manfred Müller im vergangenen Jahr in einem Dankgottesdienst geehrt.

Die gut 340 Katholiken in seiner Gemeinde betreute der Geistliche bis vor kurzem noch ganz alleine. Er hielt Gottesdienste, den Kommunionunterricht und machte Krankenbesuche. Bis vor zwei Jahren kümmerte er sich auch um die Nachbarpfarrei Obertrennbach.

Nach einem Autounfall sei ihm das aber nicht mehr möglich gewesen, bedauert der Pfarrer. „Eigentlich bin ich mit 75 Jahren pensioniert worden“, meint er, „aber ich fühlte mich noch gesund und wollte immer gerne weiter arbeiten.“

Schon als Kind habe er sich nur den einen Beruf des Pfarrers vorstellen können. „In den letzten Jahrzehnten hat sich im kirchlichen Leben viel verändert“, sagt der Seelsorger. Den nachlassenden Kirchenbesuch führt er auf die Medien zurück, etwa das Fernsehen. „Die Jugendlichen haben heute ganz andere Interessen, die Menschen sind mobiler und ein Priester hat nicht mehr so viel Einfluss auf seine Gemeinde. Gerade deshalb muss die katholische Kirche stärker berücksichtigen, dass sich die Zeiten geändert haben“, findet er. Dies gelte nach seiner Auffassung auch für das Zölibat.

Bereits im Jahr 2000 hat Salzer angekündigt, dass es sein letztes Jahr im Amt sein werde. „Ich fühle mich gesund, aber die Verantwortung wird mir langsam zu viel“, so Salzer. Langweilig, so seine Überzeugung, wird es ihm auch in der nächsten Zeit bestimmt nicht.

Bereits am kommenden Sonntag vertritt er den Pfarrer in Mallersdorf beim Gottesdienst, auch weitere Messen stehen bereits in seinem Terminkalender.

Bei den Vorbereitungen für seinen Umzug hat er so viel Altes gefunden, das er alles wieder durchlesen und durcharbeiten will. Gott möge ihm die dazu erforderliche Gesundheit schenken. Zum Abschluss der Feier dankte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Alois Bartlreier, dem Geistlichen für die stets gute Zusammenarbeit und wünschte ihm im Namen aller Gläubigen aus Reicheneibach für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen. Unter dem Applaus der Kirchenbesucher verließ der Pfarrer die Kirche.

Bischöflicher Geistlicher Rat Rudolf Salzer bei seinem Abschiedsgottesdienst.

 

Seine Beine haben ihn gut durchs Leben getragen

Bericht vom 15. Juni 2000 (Rottaler Anzeiger) –

Rudolf Salzer ist 65 Jahre Priester und noch aktiv

Er ist ein treuer Diener seines Herrn. 65 Jahre lang hat Rudolf Salzer das Evangelium verkündet, und ans Aufhören denkt er trotz seiner 88 Jahre noch nicht. Seit 42 Jahren ist er Pfarrer in Reicheneibach und dort über die Jahre hin zu einer Institution geworden.

Nicht nur der Pfarrer ist in die Jahre gekommen. Der Pfarrhof, in dem er nach dem Tod seiner längjährigen Haushälterin Hedwig Schneiberg allein lebt, wäre einem jüngeren Priester in der heutigen Zeit kaum zuzumuten. Zwar ist das Haus idyllisch gelegen und von außen schön anzuschauen. Aber es gibt keine moderne Heizung, die Wände sind feucht und verleihen dem Mauerwerk jenen typischen Geruch alter Häuser, der gewöhnungsbedürftig ist. Rudolf Salzer nimmt ihn nicht mehr wahr, so vertraut ist ihm der Pfarrhof.

Und hier ist es ihm offenbar gut bekommen. Denn wer angesichts des hohen Alters einen Greis erwarten würde, der wird gleich eines Besseren belehrt. Rudolf Salzer nimmt noch genau zur Kenntnis, was sich in der Welt und in seiner kleinen Pfarrei tut. Sein Gedächtnis ist hervorragend, ebenso seine körperliche Verfassung. Als er bei einem Autounfall im letzten Jahr vor Ostern einen dreifachen Oberschenkelbruch erlitt, war er bereits an Fronleichnam wieder so fit, dass er die Prozession mitgehen konnte.

Nur zwei Zugeständnisse an sein Alter hat er gemacht: Zum einen verzichtet Salzer seit seinem Unfall auf das Autofahren und zum anderen hat er die Mitbetreuung anderer Orte aufgegeben. Zehn Jahre kümmerte er sich von 1966 an um die Seelsorge in Staudach und danach in Obertrennbach. „Ich war recht gern dort“, erinnert er sich und spricht von guten Ansätzen in beiden Pfarreien.

Aber auch in Reicheneibach selbst hat ihm die Arbeit viel Freunde gemacht. „Gerade die Erstkommunionfeiern habe ich in sehr schöner Erinnerung. Feste wie Fahnenweihen waren für mich eine liebenswerte Bereicherung“, erzählt Salzer. Als er 1958 als Nachfolger von Anton Beslmeisl die Pfarrei übernahm, setzte er auf moderne Seelsorge, nahm vieles schon vorweg, was dann im Zweiten Vatikanischen Konzil offizielle Richtung wurde: Volksnaher Gottesdienst, Einbindung und Mitarbeit von Laien, das war ihm schon damals wichtig.

Die körperliche Zähigkeit rührt sicher auch davon her, dass Salzer in jungen Jahren seine Beine nicht geschont hat. Salzer war gerade vier Jahre alt, als der Vater im Ersten Weltkrieg starb. Die Mutter versuchte, den Metzgereibetrieb weiter zu betreiben, um ihre vier Kinder zu ernähren. Sie ließ sich von einem anderen Betrieb beliefern, das Fleisch musste Rudolf Salzer zu Fuß über mehrere Kilometer anschleppen. Und später als Kooperator im böhmischen St. Joachimsthal ging er tagtäglich viele Kilometer in seiner weit verstreuten Gemeinde. Im Winter brauchte er dazu Skier oder Schlitten, verunglückte dabei einmal und brach sich eine Rippe. 1939 brach er sich dann sogar ein Bein. Heute sieht er darin eine gute Fügung Gottes. Denn der Knochenbruch bewahrte ihn davor, in die Wehrmacht eingezogen zu werden und vielleicht zu sterben wie sein jüngerer Bruder.

Am 16. Juni 1935 wurde Rudolf Salzer in Prag zum Priester geweiht. Seine Mutter hätte das Studium nicht bezahlen können. Doch er wurde in das Knabenseminar aufgenommen, die Kirche förderte seine Ausbildung. Warum ist Salzer Priester geworden? „Wir hatten ein gutes religiöses Leben in der Familie in meiner Heimatgemeinde Weipert/Neugeschrei. Ein Vorbild für mich war Dr. Theodor Innitzer, der damals Theologieprofessor und später Kardinal von Wien war. Er stammte aus Neugeschrei und war in den Ferien bei uns. „Neugeschrei liegt im Erzgebirge, Salzers Elternhaus war nur zwei Kilometer von der sächsischen Grenze weg.

Auch heute pflegt Salzer Kontakt zu seiner Heimatgemeinde. „Ich war schon sechs Mal dort“, gibt er zu verstehen. Freigebig zeigt er sich auch dabei. Er spendete für die vor 100 Jahren erbaute Kirche ein Fenster.

Salzer musste zwar nicht als Soldat einrücken, doch der Krieg beutelte auch ihn wie so viele andere, die ihre Heimat verlassen mussten. Als Religionslehrer wurde er im September 1938 noch auf die tschechische Verfassung vereidigt. Einen Monat später marschierte die Wehrmacht ein. Salzer war im Innern gespalten. Als Deutscher fühlte er deutsch, doch die Nazis mochte er nicht. Ein Priester lebte unter ihrer Herrschaft gefährlich. Salzer erinnert sich an zwei junge Priester, die im KZ unkamen und viele weitere, die dort eingesperrt waren. Einige haben auch unter dem Druck der Gestapo ihren Beruf aufgegeben. „Im Unterricht erläuterte ich einmal, dass in England der Sonntag geheiligt sei. Ein Mädchen erwiderte mir darauf: Aber die Engländer sind doch unsere Feinde. – Man musste höllisch aufpassen, was man sagte.“

Und dann die Rache der Tschechen 1945: „Die Leute damals hatten es sehr schwer. Sie wurden schikaniert. Die Tschechen rissen bewusst Verwandte und Befreundete auseinander, schoben die einen in die Ostzone, die anderen in den Westen ab.“ Lehrer und Geistliche sollten innerhalb 24 Stunden das Land verlassen. Ein Lehrer erschoss seine Frau und dann sich selbst. Die Geistlichen durften dann doch länger bleiben. Salzer wurde erst mit dem letzten Transport im September 1946 ausgewiesen. „Wir versuchten, den Menschen zu helfen, wo es nur ging“, erinnert er sich. Die Schicksalsgemeinschaft schweißte sie zusammen. Bis auf den heutigen Tag melden sie sich immer wieder dankbar bei Rudolf Salzer.

Der kam mit seinem Aussiedlungstransport nach Parsberg in der Oberpfalz. Er meldete sich in der Diözese Regensburg und wurde als Kooperator in Wallersdorf bei Landau eingesetzt. „Mein Haushalt bestand aus lauter geliehenen Sachen. Einmal habe ich bei einem Bauern ein Butterbrot bekommen, das war damals geradezu ein Erlebnis.“ Als die Zeiten wieder besser waren, kam Salzer 1952 nach Oberwinkling im Kreis Bogen und 1958 als Pfarrer nach Reicheneibach.

Heute lebt der inzwischen zum Geistlichen Rat beförderte Priester allein im Pfarrhof. Hedwig Schneiberg, die aus seiner Heimat stammte und ihm über Jahrzehnte den Haushalt führte, starb 1993. Drei Jahre später fand er in Marianne Jobst wieder eine Haushälterin. Sie lebt allerdings nicht mehr im Pfarrhof, sondern kommt täglich mit dem Auto von Gangkofen. Seit Salzer nicht mehr selbst Auto fährt, ist er bei auswärtigen Besorgungen ganz auf sie angewiesen.

Rudolf Salzer ist ein liebenswürdiger alter Herr, der nicht nur in seiner Gemeinde hoch geschätzt wird. Dennoch feiert er sein 65-jähriges Jubiläum nur in kleinem Rahmen, weil die zurückliegenden Priesterjubiläen größer begangen wurden.

Salzer ist trotz seines Alters Neuem gegenüber aufgeschlossen. Nur eines ist ihm neben der Kirche heilig: sein tägliches Mittagsschläfchen.

 

Rudolf Salzer bei seiner Primiz vor 65 Jahren zusammen mit Mutter Maria (von links) und den Geschwistern Elisabeth, Hedwig und Walter. Bis auf ihn sind alle tot