Stockschützen Historie

Die Vereinsgründung:

Im Jahr 1971 wurde bei Reicheneibach Hans Hausberger´s erster Weiher ausgebaggert. So kamen die Reicheneibacher in den Wintermonaten zum Eisstockschießen. Weil die Begeisterung groß war, kam Ludwig Heckl auf die Idee, Asphaltbahnen zu errichten. Heinz „Förster“ Walter und Ludwig Heckl waren dann auf der Suche nach einem geeigneten Grund und Boden, auf dem die Bahnen geteert werden sollten, den dann letztendlich Ernst Gruber den Stockschützen zur Verfügung stellte.

Und so kam es, dass sich am 25. Januar 1974 im Gasthaus Gruber 27 vom Eisschießen begeisterte Männer zur ersten Versammlung trafen. Diese Männer verband das Bestreben, in Reicheneibach eine Asphaltbahn zu errichten, damit die eifrigen Eisschützen ihre Sportart auch im Sommer ausüben können. Der damalige Vorstand des TSV Gangkofen, Heinz Walter, leitete diese Gründungsversammlung. Als erstes wurde einstimmig der Beschluss gefasst, im TSV Gangkofen die Sparte „Stockschießen Reicheneibach“ zu gründen. Anschließend wählte man Franz Schieber zum 1. Spartenleiter, zu dessen Stellvertreter wurde Franz Gruber bestimmt und zum Kassier wurde Ludwig Heckl gewählt. Diese drei Gewählten waren neben TSV-Vorstand Walter die Hauptinitiatoren des Stockschützenvereines Reicheneibach. Bereits im Februar wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Besonders das Kiesfahren sollte für alle eifrigen Mitarbeiter noch lange in Erinnerung bleiben. Da die finanziellen Mittel sehr knapp waren, musste man dies durch enorme Eigenleistung ausgleichen. Für das leibliche Wohl der vielen fleißigen Arbeiter sorgten Metzgerei Wanderer aus Gangkofen, die Bäckerei Mautner und das Gasthaus Gruber, beide aus Reicheneibach. Dank der vielen fleißigen Helfer konnte bereits am 24.7.1974 die Asphaltanlage mit 3 Bahnen geteert werden. Knapp eine Woche später, am 29.7.1974, wurde das vereinseigene Clubhaus, in dem später so mancher Kasten Bier geleert werden sollte, fertiggestellt.

Den kirchlichen Segen erhielt die Anlage von H. H. Pfarrer Salzer während eines Feldgottesdienstes. Nach Ansprachen vom TSV-Vorstand Heinz Walter, Landrat Ludwig Mayer und 2. Bürgermeister Josef Korschen eröffnete 1. Spartenleiter Franz Schieber das erste Turnier mit sieben Mannschaften.

Das erste Turnier wurde gleich gewonnen

Kurz nach der Fertigstellung der drei Bahnen wurde schnell mit dem Spielbetrieb begonnen. Kaum vier Wochen nach den Teerarbeiten, am 15.8.1974, nahmen Herren von unserem Verein an einem Turnier beim damals schon sehr hochklassigen ESC Aham teil. Zur Überraschung aller Teilnehmer gewann unsere Mannschaft dieses Turnier. Ein verdutzter Schütze sagte damals den legendären Spruch: „Die haben vor vier Wochen noch auf dem Kies geschossen und heute gewinnen sie dieses Turnier.“

Der Verein wird eigenständig

In der Großgemeinde Gangkofen fand in der Mitte der 70er Jahre der Eisstocksport ein sehr reges Interesse. So entstanden neben den Stockschützen Reicheneibach auch noch der SSC Kollbach (1974), der ESC Obertrennbach (1974) und auch dem TSV Gangkofen zugeordnet, die Sparte „Stockschützen Gangkofen“ (1975). Bei den Stockschützen aus Gangkofen stellte sich schnell heraus, dass auch sie eine starke Herrenmannschaft in ihren Reihen hatten. In dieser Zeit durfte aber laut Regelwerk nur eine Mannschaft pro Verein in der selben Klasse starten. Da unsere Herrenmannschaft bereits den Aufstieg in die Kreisklasse der Bezirksliga erreicht hatte, gab es 1976 keine Probleme. Allerdings schafften die Stockschützen aus Gangkofen 1976 auch den Aufstieg, so dass sich 1977 Schwierigkeiten in der Klasseneinteilung ergaben. Um den Stockschützen aus Gangkofen den wohlverdienten Aufstieg zu ermöglichen, traten die Stockschützen aus Reicheneibach aus dem TSV Gangkofen aus und gründeten am 24.7.1977 den SC Reicheneibach als eigenständigen Verein.

Der SC Reicheneibach baut eine Halle

Immer wieder gab es witterungsbedingt Schwierigkeiten. Turniere mussten abgesagt oder abgebrochen werden. Auch der normale Spielbetrieb konnte oft nicht stattfinden. So kam es, dass über eine Überdachung der Bahnen nachgedacht wurde. Nach lebhaften Diskussionen über das Für und Wider einer Halle wurde am 19.7.1979 der Beschluss gefasst, die Bahnen zu überdachen, um der Sportart auch bei schlechter Witterung nachgehen zu können. Am 6.6.1980 begannen die eifrigen Helfer mit dem Bau der Halle, so dass am 4.7.1980 die Binder der Firma Haas aufgestellt werden konnten. Zur Hebefeier am 4.7.1980 war die Halle (als eine der ersten im Landkreis) fertiggestellt. Eine feierliche Einweihung fand im Rahmen eines Hallenfestes am 28. und 29. September 1980 statt.

Das alte Clubhaus hat ausgedient

Der nächste Bauabschnitt war die Westerweiterung der Halle. Um den freien Bereich zwischen Halle und Clubhaus – mit den 1982 errichteten Toiletten – mit in die Halle einzubinden, wurde 1987 die Stockschützenhalle nach Westen erweitert. Um die Arbeitsbedingungen für das Hallenfest zu erleichtern und den zunehmend schärferen Hygienebestimmungen gerecht zu werden, wurde das alte Clubhaus abgerissen und an dessen Stelle neue Räume errichtet. Neben den neu errichteten Räumen wurde auf der Nordseite ein weiterer Raum für den Ausschank errichtet. Mit dieser Baumaßnahme stehen dem Verein nun gute und saubere Räumlichkeiten für unsere Festlichkeiten zu Verfügung. Auch vom Gesundheitsamt, dass uns einmal besuchte, wurden die sauberen Rahmenbedingungen, die bei uns vorhanden sind, gewürdigt.

1982 und 1988 waren neue Asphaltdecken notwendig

Durch eifrigen Spielbetrieb und der Witterung, der die erste Asphaltdecke bis zum Bau der Halle ausgesetzt war, wurde es 1982 zum ersten mal notwendig, die Bahnen zu sanieren. Die Lebensdauer dieser Asphaltdecke war, bedingt durch den Witterungsschutz der Halle, doppelt so lang. Der Asphalt wäre auch hier noch in einem guten Zustand gewesen, jedoch der Auflagebereich war sehr in Mitleidenschaft gezogen. Weiterhin hatten die Bahnen mit Richtungstreue so einige Tücken. Nach 16 Jahren beschloss der Verein, 1998 erneut die Asphaltdecke zu erneuern. Im Juli 1998 wurde diese Baumaßnahme durchgeführt. Mit der Teerung erneuerte man auch den Zufahrtsweg. Um unsere Stockschützenhalle in den hervorragenden Zustand zu bringen, in dem sie jetzt ist, mussten nach der Teerung noch diverse Tätigkeiten von fleißigen Vereinsmitgliedern erledigt werden.