Feuerlöschgeräte

1871: das Bezirksamt Eggenfelden erfasst sämtliche Löscheinrichtungen der Gemeinden. Reicheneibach meldet 1 Löschmaschine und 1 Druckspritze.

1872: für Feuerspritzen werden für Niederbayern 1200 Gulden zur Verfügung gestellt. „Von allen Regierungsbezirken erhält Niederbayern den höchsten Zuschuss, einige Regierungsbezirke erhalten keinen Zuschuss. Um so mehr ist es zu bedeuten, dass andere Distrikte gar nichts für diesen Zweck verwenden“. In Niederbayern bestehen 132 Feuerwehren, von denen nur 6 Vereine mit Feuerspritzen ausgerüstet sind.

1875: das Bayer. Kriegsministerium gibt zur Unterstützung und Förderung der Errichtung von freiwilligen Feuerwehren aus den Beständen der Montierungs-Depots ausgemusterte lederne Helmköpfe ohne Garniturteile um den Preis von 18 Kreuzer ab. „Die Truppen wurden angewiesen, für sie unbrauchbare Lederhelmköpfe zu melden, um sie den Feuerwehren gegen 18 Kreuzer oder 52 Pfenningen Reichswährung zur Verfügung zu stellen“.

Aus Visitationsberichten der Gemeinde Reicheneibach:

1886: „Die Feuerlöschmaschine ist ein älteres Werk, doch von guter Konstruktion. Wenn auch die Bedienung mehr Kraft erfordert als bei neuen Maschinen, so kann doch vorläufig von einer Änderung abgesehen werden, da die Pflichtfeuerwehr mehr als genügend Kräfte zur Hilfe bereit stellt. Die übrigen Feuerlöschrequisiten sind in den einzelnen Ortschaften der Gemeinde verteilt, geben nichts zu erinnern, wie auch genügend Wasservorrat besteht“.

Dieser Visitationsbericht stammt aus dem Jahr 1886. Im Herbst dieses Jahres bildet sich in Reicheneibach der Verein der FFW. In einem Auszug aus dem Protokoll über die cursorische Visitation der Gemeinde vom 26. Oktober 1886 wird Bezug genommen auf die Visitation vom 15. April 1886, in der die Feuerlöschmaschine „als ein älteres Werk“ bezeichnet wurde. Darin heißt es: „Entsprechend der Anregung im heurigen Frühjahr ist nun doch die Anschaffung einer neuen, mehr zweckdienlichen Feuerspritze und zwar einer Saug- und Druckspritze ins Auge gefasst, weshalb empfohlen wird, sich mit der bewährten Fabrik von Justus Christian Braun zu Nürnberg ins Benehmen zu setzen“. „Die Gemeindeverwaltung Reicheneibach wird auf die neuesten in unserem Amtsbezirk von genannter Firma gelieferten Feuerspritzen – für die Gemeinden Wolfsegg, Rupertskirchen, Malgersdorf und Gern – aufmerksam gemacht; deren Besichtigung wird empfohlen“.

Es kommt zwischen der Nürnberger Firma und der Gemeindeverwaltung folgender Vertrag über die Lieferung einer Feuerlöschmaschine zustande: „Die Gemeindeverwaltung Reicheneibach bestellt eine 4 rädrige Saug-Druck-Spritze nach dessen Preisliste Nr. 2 mit dem in derselben bezeichneten Zubehör, Wagen von Holz ohne Federn, mit zusammen 170 m Hanfschläuchen mit 12 Paar Normalgewinden und ein Verkupplungsteil für ihre alten Gewinde zum Preise von 1.302,50 Mark, zahlbar

402,50 Mark bei der Ablieferung,

300,00 Mark ein Jahr später,

300,00 Mark zwei Jahre später,

300,00 Mark drei Jahre später.

Die Ablieferung erfolgt in ca. 8 Wochen franco Gangkofen. Für Leistungsfähigkeit und sorgfältige Arbeit leistet die Fabrik 3 Jahre Garantie.

Nach der Anlieferung der Saug-Druck-Spritze traf am 10. März 1887 „Herr Fabrikant Braun von Nürnberg zur Abhaltung der Spritzenprobe“ in Reicheneibach ein.

Im Visitationsbericht von 1888 wird festgestellt, dass „die Feuerlöscheinrichtungen gegen früher wesentlich verbessert sind, indem eine vorzügliche Saug-Druck-Spritze angeschafft wurde und neben der Pflichtfeuerwehr eine freiwillige Feuerwehr entstanden ist. Bei Feuerwehren entsprechen den Anforderungen. Außerdem verfügt die Gemeinde über 200 m Spritzenschläuche, die in gutem Zustand sind“.

1889: die neue Feuerspritze wurde im neuerrichteten Feuerwehrhaus in Reicheneibach untergebracht, während die ältere Feuerlöschmaschine in Wiedersbach, „ziemlich im Mittelpunkt der Gemeinde Reicheneibach“, abgestellt wurde. „Der Feuerbotendienst ist nach Maßgabe der Distriktsfeuerlöschordnung geregelt. An Wasser ist im Gemeindebezirk nirgens ein Mangel; auch die sonstigen Feuerlöschrequisiten, als Feuerleitern, Feuerhaken sind genügend in gutem Zustand vorhanden und in den Ortschaften des Gemeindebezirks zweckmäßig verteilt“.

1901: die Schläuche zur Feuerwehrmaschine sind teilweise defekt und nicht ausreichend. Es besteht ein Feuerweiher, von welchem die äußeren Gebäude ziemlich weit entfernt sind. Es sind 100 m Schläuche neu zu beschaffen und die vorhandenen defekten Schläuche auszubessern. „Sollte die Gemeinde mit Lasten überbürdet sein, so steht es ihr frei, um eine Unterstützung nachzusuchen“.

1928: das Bezirksamt empfiehlt, für Reicheneibach eine kleinere Motorspritze anzuschaffen und die Spritze von Reicheneibach nach Wiedersbach zu bringen, vorausgesetzt, dass Mittel hierfür vorhanden sind.

1929: das Bezirksamt drängt auf Anschaffung einer Motorspritze, da z. Zt. 40% der Anschaffungskosten vom Staat und 10% vom Bezirk als Zuschuss gegeben werden. „Vielleicht lässt sich bei der Feuerlöschgerätefabrik Magirius in München Preisnachlass erzielen“.

1949: aus einem Aufsatz eines Schülers der Schule Reicheneibach: „Die FFW bekommt ein neues Schlauchmaterial. Jeder Bauer soll pro Tagwerk 20 Pfennig geben“.

Das im Jahr 1929 beschaffte Magirius-Feuerlöschgerät wurde 1949 der neugegründeten Feuerwehr Seemannshausen ohne Fahrgestell überlassen. Auf das Fahrgestell wurde eine von der früheren Wehrmacht erworbene DKW-Feuerlöschspritze montiert. Dieses Feuerlöschgerät wurde dann 1962 ersetzt durch das Motorlöschgerät TS 8/8. Das alte DKW-Löschgerät steht heute im Gerätehaus der FFW Gangkofen.

1962: 21. November: Segnung des Motorlöschgeräts TS 8/8 durch Pfarrer Salzer. Zur Begleichung der Kosten hat sich die FFW mit einem Betrag von 1.500 Mark beteiligt.

1979, 19. Januar: Übernahme des neuen TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug); Kosten 38.213 DM *)

Dieses Feuerlöschauto erforderte eine Verlegung der Einfahrt zum Feuerlöschgerätehaus, erbaut 1935, von der Längsseite zur Giebelseite.

*Finanzierung:

vom Land Bayern7.650 DM
vom Landkreis3.000 DM
von der Brandversicherung1.200 DM
Kosten für den Landkreis26.363 DM