Feuerwehrhaus

Die beiden Gemeinden Reicheneibach und Sallach besaßen längst vor der Gründung des Privatunterstützungsvereins bei Brandfällen und der FFW Reicheneibach ein Feuerlöschgerätehaus und demnach auch eine „Feuerspritze“. Vielleicht gab schon Jahre vorher die Regierung Anstoß zur Beschaffung einer „Feuerspritze“ als sie 1863 die Gemeinden aufforderte, Gesuche um Unterstützung bei Anschaffung von Feuerlöschgeräten einzureichen.

Als der Gangkofener Maurermeister M. Schmidwenzl am 27. April 1872, also 9 Jahre vor Gründung des Privatunterstützungsvereins bei Brandfällen und 14 Jahre vor Gründung der FFW, einen Plan für ein Feuerwehrhaus der beiden Gemeinden Reicheneibach und Sallach erstellt, schreibt er, dass das alte „Feuerhaus im vorigen Jahre abgebrochen werden musste, und diese Zeit haben die beiden Gemeinden kein Feuerhaus. In dieser Zeit wurde das alte Schulhaus verwendet“ zur Unterstellung der „Feuerspritze“. Die beiden Gemeinden hatten von Schmidwenzl einen Grund käuflich erworben. „Das Feuerhaus kömmt ganz isoliert zu stehen und wird nach Plan aufgeführt“.

Im Giebel über dem Tor ist zu lesen: „Feuerwehrhaus d. Gd. Reicheneibach und Sallach“

Erklärung der Situation:

 a) Feuerhaus wird mit Ziegeln gedeckt,

 b), c) Grund des Maurermeisters Schmidwenzl,

 d) Wohnhaus des Matthias Mayersperger, hat gemischte Umfassung und Ziegeldach,

 e) Wohnhaus des Leonhard Hausböck, hat gemischte Umfassung und Legschindeldach,

 f) Grund der Frau Gruber,

 g) eine Landstraße.

Der Plan wurde am 30. April 1872 vom Bürgermeister Fuchs beim Bezirksamt Eggenfelden zur „gnädigsten Genehmigung vorgelegt“, vom kgl. Brandinspektor Gründler von Pfarrkirchen am 6. Mai 1872 ohne Erinnerung zur Genehmigung begutachtet und vom Bezirksamt Eggenfelden am 18. Mai 1872 zur Ausführung genehmigt.

Im Jahr 1887, ein Jahr nach Gründung der FFW, erstellt der Baumeister Schmidwenzl Pläne für ein Feuerhaus in Reicheneibach und Wiedersbach. Grundriss, Ansicht und Querschnitt entsprachen den Plänen von dem 1872 errichteten Feuerhaus.

Bürgermeister Kieswimmer reicht am 14. September 1887 beide Pläne beim Bezirksamt Eggenfelden ein mit dem Vermerk, „dass der Bau von dem Zimmerer Josef Rembeck von Seemannshausen geleitet werde“. Die Baugenehmigung wurde vom kgl. Bezirksamtmann Hattemer am 8. bzw. 21. Oktober 1887 erteilt „unter der Bedingung, dass plangetreu gebaut wird und die einschlägigen Vorschriften der Bauordnung eingehalten werden“.

Bei Gemeindevisitationen werden auch die Feuerlöschgerätegebäude einer Kontrolle unterzogen.

1886: das Schloss zum Feuerhaus bedarf des Einölens, da solches nur bei Kraftanstrengung sich öffnet, was sofort zu besorgen ist. Hierfür übernimmt der Bürgermeister die Verantwortung.

1895: der Eingang zum Feuerhaus ist instand zu setzen.

1928: das Feuerhaus in Wiedersbach befindet sich in schlechtem baulichem Zustand. Der Sand am Sockel bröckelt vollständig ab. Es wäre das Beste, ein neues Feuerhaus aufzustellen.

1932: vom Feuerhaus sind Gras und Unkraut zu entfernen, damit die Tore leichter geöffnet werden können. An der Tür des Feuerhauses ist mit haltbarer Schrift zu vermerken, wo der Schlüssel zum Feuerhaus verwahrt wird. Das Feuerhaus muss von Spinnweben und Staub gesäubert werden.

1933: der Feuerweiher innerhalb der Ortschaft muss ausgeputzt werden. Der Zaun muss erneuert werden.

1935: die Motorspritze war während des Winters im Nebenzimmer des Gasthauses Gruber untergebracht. Die Beleuchtungsvorrichtung in und vor dem Feuerhaus wird vorläufig zurückgestellt, da der Gemeinde hierfür sehr hohe Kosten erwachsen. Der Feuerweiher im Ort ist Besitztum des Gastwirts Franz Gruber. Das Gestrüpp am Rand will er nicht entfernen, da der Weiher auch als Fischweiher gilt und das Gestrüpp zum Schutz der Fische angebracht wurde. Der Weiher ist mit Stacheldraht umzogen.

1936: im Feuerhaus fehlen die Streichhölzer für die Laternen.

Aus diesen, manchmal sehr ins Kleinliche getroffenen Feststellungen und beanstandeten Mängeln ist ersichtlich, wie gründlich und sorgfältig die Visitationen durch das Bezirksamt durchgeführt wurden.

Feuerwehrhaus – nach Verlegung der Einfahrt ca. 1985 und nach Umbauten/Einbau eines Besprechungsraumes ca. 1997
Feuerwehrhaus – erbaut 1935